Anleitung Geschirr
Keine Angst, ganz so kompliziert wird es nicht!
Sehr geehrte/r Kunde/in,
Einiges an diesem Geschirr ist nun auf den ersten Blick anders als Sie es gewohnt sind.
Augenfällig hat dieses Geschirr kaum Schnallen und Schlaufen, trotzdem kann und muss es auch korrekt eingestellt werden. Wie ein Brustblatt zu liegen hat etc. sollte Ihnen bekannt sein, ich werde
darauf hier an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Das Wie des Verstellens allerdings möchte ich Ihnen hier verdeutlichen:
Beim Herstellungsmaterial handelt es sich um ein Hohlgeflecht aus synthetischem Material mit einer enormen Reißfestigkeit, das sich ohne Knoten schnell und sicher verbinden lässt. Zum Verschlaufen des Seilendes zum Beispiel wird das Endstück ca. 20 - 30 cm von außen in das zusammengeschobene, damit erweiterte schlauchige Innere des Seils gesteckt. Zieht sich das Seilgeflecht nun bei der Belastung zusammen, so wird das eingeführte Ende durch den Anpressdruck festgehalten.
Alle Verbindungen an Geschirr, Kopfstücken und Leinen sind mehr oder weniger nach diesem Prinzip konstruiert. Wollen Sie also etwas ändern, schauen Sie sich bitte die entsprechende Verbindung genau an und es wird Ihnen gelingen, die entsprechende Strippe zu verlängern oder zu verkürzen. (Übrigens, falls sich dabei eine Endverklebung lösen sollte, einfach mit einem Stück Klebeband wieder zusammendrehen.)
Die Geschirre sind von uns gemäß Ihren Maßangaben gefertigt worden und sollten von Ihnen nur noch die letzte Feineinstellung erhalten müssen; aber auch eine stufenlose Regulierung innerhalb gewisser Toleranzen bei der Nutzung anderer Pferde ist möglich.
Die Verbindungsstellen sind, wo nötig, mit Sicherungshülsen versehen, die ein Verstellen im entspannten Zustand verhindern.
Zum Verändern der Einstellungen schieben Sie die Sicherungshülse über den Einschub hinweg, justieren neu und ziehen die Hülse wieder auf.
Demonstration der Schlaufe und Sicherung
Die Leinen:
Die längere, linke Leine ist weiß gesichert, beide Innenleinen sind zudem ebenfalls zur besseren Überprüfung weiß markiert.
Zum Verstellen der Kreuzleinen schlagen Sie einfach in die zu verkürzenden Leinen einen oder mehrere Knoten. Keine Angst, die Knoten sind nach Gebrauch ohne Weiteres leicht zu lösen, sollten aber
auch immer wieder entfernt werden! Vorsicht, Sie können mit diesen Leinen bei zu harter Hand ungewollt brutal zufassen, bitte immer schön nachgeben.
Inzwischen sind teilweise einige Verbindungsstellen mit Hülsen gesichert, diese sind lediglich vor dem Verstellen beiseitezuschieben und nehmen anschließend wieder ihren Platz ein.
Die Stränge sind anpassbar und ihre Befestigung am Ortscheit beliebig zu handhaben. Man kann sie z. B. einfach über das Ortscheit schlaufen (siehe clips unten) oder mit Karabinerhaken bzw. Sicherheitsschäkeln befestigen.
Überschlaufen der Stränge bei Kleinpferd/Pony
Überschlaufen der Stränge bei Großpferd/Kaltblut
Die Oberblattstrupfen (die Verbindungen zwischen Kammdeckel und Strängen beim Zweispännergeschirr) sind nur durch die Stränge geführt und werden darunter zum kleinen Bauchgurt. Das Verschnallen hier entfällt, wird allenfalls zum "Verschieben" bzw. die Zuglinie korrigiert sich selbst.
Die Trageösen können in der Höhe verstellt werden: Entfalten, herausziehen, neu einstecken, fertig. (Zu sehen in den Clips unten)
Die Marathonaufhalter mit Panikschäkeln sind ringförmig gestaltet, diese schlaufen Sie einfach durch die Deichselbrille.
Trageösen
1. Entfalten und herausziehen
2. Neu einstecken
3. Wieder verschließen
Anleitung Wareika:
Da Sie sich ja bereits im Voraus über das Gebisslose Reiten mit dem Wareika informiert haben, sei hier lediglich noch mal dargestellt wie der Zaum sitzen sollte und wie die Einstellungen verändert werden können.
Die grundsätzlichen Handgriffe finden Sie oben.
Der Nasenriemen sollte ca. zwei Finger breit über der Maulspalte liegen um eine entsprechende Wirkung zu erzielen. Die Backenstücke sollten in etwa auf die Maulspalte zulaufen.
Je höher der Nasenriemen eingestellt ist, desto geringer ist der Druck, den er ausübt. Umgekehrt gilt: Je tiefer er verläuft, desto schärfer ist die Einwirkung.
Stellen Sie den Nasenriemen also individuell ein. Auch kann es nicht schaden, seine Position ab und an zu verändern. Durch den Einschub eines Stückchen Hohlgeflechts oder eines anderen Materials, können Sie den Wirkungsgrad erheblich verschärfen, bzw. durch Abpolsterung (Umwicklung) verringern.
Wenn Sie nun die Länge der Backenstücke und damit den Sitz des Nasenriemens verändern wollen, schieben Sie die Sicherungshülsen beidseitig hoch, ziehen das eingeschobene Stück Hohlgeflecht heraus, machen ein neues Einschubloch, stecken das Ende wieder hinein (siehe Aufnahmen/Videoclip),
sichern wieder mit der Hülse und haben somit entweder verlängert oder verkürzt. An dieser Stelle können Sie auch das eventuelle Gebiss einschnallen.
Übrigens sollte der Einschub zu lang sein und oben anstoßen, schneiden Sie einfach ein Stück ab und umwickeln es wieder mit einem gerade vorhandenen Band.
Die anderen Verbindungen bzw. Überlängen sind ähnlich zu bearbeiten.
Tipp: Schauen Sie sich die entsprechende Verbindung genau an und ändern Sie diese erstmal nur auf einer Seite, dann kann Ihnen nichts schief gehen.
Notfalls schicken Sie uns das Wareika mit den entsprechenden Maßangaben zu uns, wir stellen es Ihnen ein.
Falls Sie einen Stirnriemen suchen: Auf diesen haben wir bewusst verzichtet, da er in 99% aller Fälle unnötig ist. Sie können ihn allerdings optional in Ihrer Wunschfarbe erhalten.
Falls Sie noch Fragen haben sollten, rufen Sie uns doch bitte einfach an, desgleichen bei eventuell nötigen Reparaturen und Erneuerungen. (Kontaktdaten)
Eine große Erleichterung und viel Spaß beim Anspannen und Fahren
Wünscht Ihnen Ihr
Dietmar Krüger
P.S. An einem Erfahrungsaustausch sind wir natürlich sehr interessiert.
Vielleicht noch ein paar Bemerkungen zur "Maßanfertigung":
Immer wieder (nicht zu oft) erhalten wir enttäuschte bis "verschnupfte" Rückmeldungen über unsere Maßanfertigungen aus dem Paket.
Manchesmal passen die Geschirre nicht gleich wie angegossen.
Das tut uns dann leid. War aber keine Absicht.
Wir versuchen fast alle Maße so einzustellen wie Sie es gemessen haben. Manche Maße stimmen aber eindeutig nicht und wir verändern diese nach unseren Erfahrungen. Auch hier sind Irrtümer selbstverständlich nicht ausgeschlossen. Wir haben also schon jetzt zwei entscheidende Fehlerquellen, die sich auch mal potenzieren können.
Für einige Bereiche wie z.B. das Hintergeschirr, fragen wir nicht die Maße ab, da wir "Angst" haben dem Kunden zuviel "Vermesserei" zuzumuten, zumal unsere Hintergeschirre anders verlaufen als die bis dahin üblichen. Diese Stellen müssen Sie also selbst justieren. Sorry.
Natürlich funktioniert das alles anders, als gewohnt.
Aber das Gute ist doch, dass das möglich ist! Stufenlos! So lernen Sie sich auch gleich ein. Sie müssen keinen nicht vorhandenen Sattler aufsuchen. Wenn es nicht geht, bringen wir das in Ordnung, wir lassen Sie nicht sitzen.
Bedenken Sie bitte auch das Preis- Leistungsverhältnis.
